Perspektivenwechsel
Ein Ausblick auf neue Herausforderungen und Chancen im Berufsleben
Ein Blick hinter die Kulissen eines Ausbildungswechsels: Der angehende Kaufmann Roger Schärer erzählt von seinem Schulstart an der Feusi Solothurn und den Erwartungen an den Standortwechsel ins Praktikum nach Bern. Dabei wird deutlich, wie wichtig Offenheit, Neugier und Eigeninitiative im Alltag sind. Ein persönlicher Einblick in einen Perspektivenwechsel zwischen Schule, Beruf und neuen Herausforderungen.
Wie würdest du deine bisherige Schulzeit in Solothurn beschreiben? Was hat dir besonders gefallen?
Ich habe bisher wirklich sehr gute Erfahrungen gemacht: Ich bin im August 2025 super gestartet, wurde herzlich begrüsst und fühle mich wohl hier. Für mich stimmt es absolut. Ab August werde ich für zwei Jahre am Standort Bern sein und im Sommer 2028 finden dann die Abschlussprüfungen statt.
Gab es Situationen, in denen du Handlungen oder Sichtweisen deiner Lehrpersonen oder Mitschüler/-innen hinterfragt hast oder nicht verstehen konntest?
Für mich ist eigentlich alles nachvollziehbar und ich bekomme die Unterstützung, die ich mir wünsche. Wenn ich Fragen habe, werden diese beantwortet und falls nötig, frage ich weiter, bis ich es begriffen habe. Unklarheiten gab es am Anfang nur bei der HKB-Projektarbeit, doch die haben wir klären können.
Du wechselst im Sommer in die Feusi Bern, in die Abteilung Weiterbildung. Was erwartest du von der neuen Umgebung?
Dass ich im neuen Umfeld unterstützt werde, dass das Arbeitsklima sehr gut ist und man höflich und anständig miteinander umgeht. Und dass ich Unterstützung für die Prüfungsvorbereitungen erhalte. Ich möchte mich jeden Morgen darauf freuen, an die Arbeit zu gehen, und natürlich will ich mich voll engagieren und mein Bestes geben.
Wie stellst du dir vor, dass sich dein Blick auf Lernen, Aufgaben und Zusammenarbeit ändern wird?
Im kaufmännischen Bereich zu arbeiten wird sicher eine neue Situation für mich sein. Ich freue mich aber sehr. So komme ich aus meiner Komfortzone heraus, lerne neue Bereiche und neue Menschen kennen. Als ich das Stelleninserat auf der Lernplattform OpenOLAT gelesen habe, habe ich mich sofort beworben, weil mich alles angesprochen hat, die Aufgaben, die mich erwarten, und das, was man von mir erwartet. Am Vorstellungsgespräch fühlte ich mich sehr wohl und deshalb war ich umso glücklicher, als ich die Zusage bekommen habe. Dass ich von Utzensdorf nach Bern nun 35 bis 40 Minuten Arbeitsweg habe, ist für mich absolut kein Problem, denn ich war schon früher als Sanitärinstallateur temporär in Bern arbeiten und kenne das.
Hast du dir Strategien überlegt, damit du dich in der neuen Berufswelt gut zurechtfindest?
Ein grosser Unterschied ist, dass ich als Handwerker am Abend mein Produkt gesehen habe, was aber bei administrativen Arbeiten etwas weniger ersichtlich ist. Das heisst dann aber nicht automatisch, dass ich weniger gemacht habe – da muss man sich eben bewusst sein, wieviel Abklärungen und Nachprüfungen dahinterstecken. KI macht natürlich vieles einfacher, ich möchte aber verstehen, wo ich was nachschauen kann, wie ich zum Ziel gekommen bin. Seit ich diese Ausbildung begonnen habe, bin ich gelassener, entspannter geworden und von daher fehlt mir der Bau eigentlich nicht. Das lange Sitzen merke ich aber schon: Am Abend ist der Kopf zwar müde, der Körper aber nicht. Deshalb mache ich als Ausgleich oft Sport, gehe Joggen, manchmal aber lese und zeichne ich auch.
Wie gehst du damit um, wenn du neuen Aufgaben, neuen Menschen begegnest?
Ich finde es lustigerweise einfacher, am Arbeitsplatz auf Leute zuzugehen, denn da hat man ja schon einen gemeinsamen Nenner, die Arbeit. Im Privaten bin ich eher zurückhaltend. Im Beruf kann ich aber gut auf Menschen zugehen und sie um Rat und Hilfe bitten, dafür ist man ja füreinander da.
Du hast jetzt sehr viel Theorie gehabt in der Schule. Wie gehst du damit um, wenn du jetzt im Alltag merkst, dass es manchmal anders gemacht wird als du es gelernt hast?
Ich habe meistens mein Notizbüchlein dabei, in dem ich wichtige Dinge aus dem Unterricht notiert habe. Ich sichere mich gerne ab. Wenn dann in der Praxis etwas anders gemacht wird, frage ich nach, warum. Denn man sagt ja: «Viele Wege führen nach Rom». Ich will einfach das Prinzip verstehen dahinter, damit ich es nachher anwenden kann.
Kannst du ein Beispiel nennen aus der Schulzeit, wo du etwas aus einer anderen Perspektive sehen musstest, um eine Aufgabe oder ein Problem besser zu lösen?
Ich muss nicht auf Biegen und Brechen meine Sichtweise durchdrücken. Wichtig ist mir, dass man sich gegenseitig respektiert und akzeptiert. Wenn ich sehe, dass wir dank einer anderen Idee bessere Optionen haben, übernehme ich gerne diese Idee. Ich lasse mich gerne belehren, aber ich helfe auch gerne anderen, sei es beim Formatieren oder beim Recherchieren. Für mich gilt: Zusammen kommt man einfacher und besser ans Ziel.
Was bedeutet für dich persönlich ein Perspektivenwechsel?
Perspektivenwechsel bedeutet für mich, verschiedene Sichtweisen auszuprobieren, Seite zu wechseln, etwas auf einem anderen Weg anzugehen als ich es gewohnt bin. Dazu muss man bereit sein, seine Komfortzone zu verlassen. Darum finde ich auch, dass es ein grosser Vorteil ist, dass ich während meiner Ausbildung sowohl den Standort Solothurn und ab Sommer 2026 den Standort Bern kennenlerne. Der direkte Vergleich erlaubt mir dann Schlüsse zu ziehen, und vielleicht interessiert sich die Schule ja auch, wie ich diesen Standortwechsel wahrgenommen habe.
Autor: Feusi Kommunikation