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Feusi Fokus – was man weiss und doch nicht durchschaut
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Kooperation mit dem IfFP Institut für Finanzplanung
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Infoveranstaltung
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Wenn die Empathie verloren geht

25.01.2022

Empathie ist die Fähigkeit und Bereitschaft, Empfindungen, Emotionen, Gedanken, Motive und Persönlichkeitsmerkmale einer anderen Person zu erkennen, zu verstehen und nachzuempfinden. So jedenfalls die Lehre. Salopp gesagt fühle ich das nach, was ein anderer fühlt.

Machen uns «soziale» Medien asozial?

Ein guter Freund von mir hat mit grossem Engagement seine Ausbildung als Rettungssanitäter abgeschlossen. Der Beginn seiner neuen Tätigkeit war für ihn nicht immer unbelastet, der Tod allgegenwärtig. Die ersten Monate waren emotional schwierig für ihn. Die vielen Schicksale, denen er bei seinen Einsätzen begegnete, besonders von Kindern, nagten an seinem Selbstbild. Zu nahe gingen ihm diese Ereignisse. Äusserlich hat man es ihm nicht angesehen. Wie er mir einmal in einem Gespräch erzählte, war es in den ersten Monaten seiner Tätigkeit das Wichtigste für ihn, Distanz aufzubauen. Erst danach konnte er sich vollends auf die hohen Belastungen einlassen, die dieser Beruf mit sich bringt. Hier erkennt man eindrücklich, wie wichtig es ist, sich vor der schieren Masse an Leid und Kummer zu schützen, ohne selbst daran zu Grunde zu gehen. Und davon handelt dieser Blog, von der Empathie, dem Sozialverhalten und der Gefahr, wenn sie in einer Gesellschaft verloren gehen.

Hände auf einer Tastatur im Hintergrund verschiedene Icons

Spürbar geht etwas verloren

Als Schulleiter und Lehrperson von überwiegend Jugendlichen und Erwachsenen komme ich quasi berufsbedingt immer wieder dazu, mich mit der Pädagogik verwandten Themen zu beschäftigen. So bin ich kürzlich mit der JAMES-Studie der Hochschule für angewandte Psychologie ZHAW in Kontakt gekommen und habe mir Zeit genommen, diese eingehender zu studieren. Seit 2010 bildet die JAMES-Studie den Medienumgang von Jugendlichen in der Schweiz ab. JAMES steht für Jugend, Aktivitäten, Medien – Erhebung Schweiz und wird alle zwei Jahre repräsentativ durchgeführt. Es werden jeweils über 1'000 Jugendliche im Alter von 12 bis 19 Jahren aus den drei grossen Sprachregionen der Schweiz befragt.

Was in der Studie immer wieder zum Ausdruck kommt, sind die problematischen Aspekte der Mediennutzung und die damit verbundenen negativen Auswirkungen auf Kinder und Jugendliche. Die befragte Alterskohorte in der Studie entspricht einem grossen Teil unserer Lernenden. Daher auch mein persönliches Interesse, mehr darüber zu erfahren. Als Bildungsfachperson fällt mir vermehrt auf, dass sich gerade bei jüngeren Menschen der Medienkonsum erheblich verändert hat. Heute besitzen ausnahmslos alle mindestens ein Handy und sogar einen Laptop oder ein Tablet. Wie oben bereits angedeutet, ist der Rückgang der Empathie und des Mitgefühls sehr wahrscheinlich durch genau diese Mediennutzung im Alltag bedingt. Auch das ist etwas, was in der Studie sehr detailliert erläutert wird. Die Gründe liegen eigentlich auf der Hand. Im Internet ist Empathie kaum möglich, da wir die meisten Menschen dort entweder gar nicht oder nur sehr oberflächlich kennen. Wie soll es so möglich sein, tiefe emotionale Beziehungen zu diesen eigentlich sehr fremden Menschen aufzubauen? Meistens surfen wir anonym durch die Welt. Unsere Identität oder unsere persönlichen Merkmale sind nur oberflächlich bekannt. Beim Betrachten und Beobachten im Schulzimmer fällt dabei immer wieder auf, dass die Realität nicht sehr viel gemeinsam hat mit dem, was man im Internet sieht und hört. Es erinnert mich an dieser Stelle an den Film «Avatar», bei dem eine Versuchsperson eine andere Gestalt annimmt und sich dabei in einer anderen Welt bewegt. Jugendliche nehmen meiner Meinung nach vermehrt eine avatarähnliche Stellung im Internet ein. Sie bilden eine Art Kopie ihrer selbst, nur bis an die Grenzen optimiert und an alle Freunde herangetragen. Auch die Sprache verfällt darin buchstäblich. Sie verkümmert dabei fast vollständig. Im gewöhnlichen kommunikativen Alltag wäre dies so nicht möglich. Ein Mensch, der vor mir steht und traurig ist, löst mehr aus, als wenn jemand im Internet schreibt «Ich bin traurig». Mobbing und Shitstorms sind daher meines Erachtens Anzeichen für diese gestörte Kommunikation und das Fehlen an Empathie. Fast monatlich muss ich als Schulleiter irgendwo ein Mobbingthema lösen. Offenbar scheint es nun auch viel einfacher zu sein, vermeintliche Freunde und Beziehungen aufzubauen als im realen Leben. Ob wir all diese «Freunde» verarbeiten können, ist wieder eine andere Frage. Ich denke eher nicht. Die Inhalte der von vielen Jugendlichen genutzten Medien wie Instagram, Facebook, WhatsApp, Twitter, Snapchat und wie sie alle heissen, handeln zunehmend von Gewalt. Aus dieser Perspektive erscheint ein Rückgang an Empathie verständlich.

Was gute Bildung hier bewirken kann

So einfach lässt sich die Welt, wie ich sie oben beschrieben habe, nicht ändern. So sehr ich diese Entwicklungen als dreifacher Familienvater bedauere, so sehr muss ich auch realistisch sein, dass sich gewisse Entwicklungen nicht aufhalten lassen. Und das wäre vielleicht auch nicht gut. Ich möchte hier nicht falsch verstanden werden. Ich bin alles andere als technikfeindlich. Ich denke aber, die Schulen müssen hier vermehrt eingreifen und vor allem Kinder und Jugendliche durch gute Medienbildung in die Pflicht nehmen, ihnen aufzeigen, wo die Fallstricke liegen und wo sich die dunklen Löcher verstecken. Für Lehrpersonen und Schulleitungen bedeutet dies, sich aktiv mit dem Thema auseinanderzusetzen: Wie werden digitale Medien nutzbringend im Unterricht eingesetzt und welche Möglichkeiten ergeben sich? Was bedeutet dies in Bezug auf die Rolle der Lehrpersonen? Welche Risiken sind zu bedenken und wie gilt es im Krisenfall zu reagieren? Antworten auf diese Fragen erlauben einen sinnvollen Unterricht mit und über digitale Medien. Damit der Gebrauch von Computern und Mobiltelefonen nicht ausufert, braucht es klare Regeln – etwa zum Gebrauch von Mobiltelefonen auf dem Schulgelände und vor allem im Unterricht. In der Schule können diese in den Schulhausregeln, als Klassenregeln oder als spezifische Nutzungsvereinbarung individuell formuliert werden. Dabei ist es wichtig, Betroffene in das Festlegen der Rahmenbedingungen einzubeziehen. Es fällt einfacher, sich an Regeln zu halten, die man mitgestaltet hat und die man auch verändern darf.

Es liegt also noch viel Arbeit vor uns. Gehen wir sie mit Elan an. Sonst werden die Geister, die wir alle selber heraufbeschwört haben, uns nicht mehr loslassen und alles Menschliche an uns aussortieren. Und das, glaube ich, will nun wirklich niemand.

 
 

Autor: Oswald von Arx, Betriebsökonom FH und seit über 12 Jahren Schulleiter von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen. In seiner Freizeit beschäftigt er sich sehr häufig mit Schnittstellen zu seinem Alltag wie bspw. der Soziologie, Psychologie und Philosophie.


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